Grundlagen Stand: 12. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Was die Apothekenreform (ApoVWG) für Ihre Apotheke ändert.

Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz erlaubt Apotheken erstmals die venöse Blutentnahme. Was genau erlaubt ist, für wen, und was das strategisch bedeutet.

Kurz gesagt: Ja. Seit dem 2. Juli 2026 dürfen approbierte Apothekerinnen und Apotheker venös Blut abnehmen, wenn sie ärztlich geschult wurden (§ 11c ApoG). Erlaubt ist das ausschließlich zu diagnostischen Zwecken, nur bei Erwachsenen ab 18 Jahren und als Selbstzahlerleistung. Der praktische Start hängt am Muster-Curriculum von BAK und BÄK, das bis zum 2. November 2026 vorliegen muss.

Zum ersten Mal darf Ihre Apotheke Blut abnehmen

Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG), in Kraft seit dem 2. Juli 2026, hat der Gesetzgeber den Aufgabenbereich der Vor-Ort-Apotheke erweitert. Der neue § 11c ApoG erlaubt approbierten Apothekerinnen und Apothekern nach einer ärztlichen Schulung die venöse Blutentnahme zu diagnostischen Zwecken, an Personen ab 18 Jahren, als privat abgerechnete, apothekenübliche Dienstleistung.

Für die Apotheke ist das mehr als eine neue Erlaubnis: Es ist ein neues Leistungsfeld. Der Bluttest bringt Menschen mit einem konkreten Gesundheitsanliegen in die Offizin, und schafft Anlässe für Beratung, pharmazeutische Dienstleistungen und Anschlussprodukte.

Was konkret erlaubt ist

  • Venöse Entnahme durch approbierte Apotheker:innen, nach erfolgreicher ärztlicher Schulung.
  • Diagnostische Gesundheits-Checks an Personen ab 18 Jahren.
  • PhiP (Pharmazeut:innen im Praktikum) dürfen nach eigener ärztlicher Schulung unter Aufsicht entnehmen. Aufklärung, Anamnese und Einwilligung bleiben bei der Apothekerin oder dem Apotheker (§ 11c Abs. 3 ApoG).
  • PTA unterstützen bei Vorbereitung und Dokumentation, entnehmen aber nicht (§ 35b Abs. 2 ApBetrO). Mehr dazu: Wer darf abnehmen?
  • Privatleistung (Selbstzahler), keine GKV-Abrechnung, keine Budgetdeckelung.
  • Kapillare Selbsttests (z. B. per Mikroentnahme) sind als Handelsware schon heute möglich, ohne ärztliche Schulung.
Warum das wirtschaftlich zählt

Weil die Blutentnahme eine Privatleistung ist, entsteht ein direkter Selbstzahler-Umsatz, planbar, ohne Kassenbudget. Wie viel das für Ihre Apotheke bedeuten kann, zeigt der ROI-Rechner.

Was das für Ihre Apotheke bedeutet

Die Reform trifft auf einen Markt unter Druck: steigende Betriebskosten, sinkende Zahl an Apotheken, wachsender Wettbewerb. Wer die Diagnostik früh und sauber aufsetzt, sichert sich einen First-Mover-Vorteil im eigenen Einzugsgebiet, und ein Angebot, das andere Vertriebskanäle nicht haben.

  • Neue, ungedeckelte Ertragsquelle statt reiner Packungslogik.
  • Mehr qualifizierte Frequenz am HV-Tisch, mit konkretem Beratungsanlass.
  • Positionierung als Gesundheits- und Vorsorgeanlaufstelle vor Ort.

Was Sie dafür brauchen

Die Erlaubnis ist das eine, die Umsetzung das andere. Zusammengefasst sind das: die ärztliche Schulung nach § 11c, die räumlichen und hygienischen Anforderungen nach § 35b ApBetrO, Betriebshaftpflicht, eine Laboranbindung, eine Software für Termin, Befund und Dokumentation sowie die gesetzlich vorgeschriebene Aufbewahrung über 10 Jahre. Welche Fristen dabei gelten, lesen Sie im nächsten Kapitel, die vollständige Reihenfolge bis zur ersten Kundin in der Start-Checkliste.

Genau dieses Bündel liefert Alphora Analytics als schlüsselfertige Lösung, damit Sie sich auf Ihre Patient:innen konzentrieren, nicht auf die Bürokratie.

Häufige Fragen

Darf jede Apotheke jetzt Blut abnehmen?

Die venöse Blutentnahme ist approbierten Apothekerinnen und Apothekern nach einer ärztlichen Schulung erlaubt. Die Apotheke muss zudem die räumlichen und hygienischen Anforderungen erfüllen.

Ist das eine Kassenleistung?

Nein. Die diagnostische Blutentnahme ist nach heutigem Stand eine apothekenübliche Privatleistung (Selbstzahler), ohne Budgetdeckelung.

Ab wann ist das möglich?

Das Gesetz ist seit dem 2. Juli 2026 in Kraft. Die praktische Umsetzung der venösen Entnahme setzt das ärztliche Mustercurriculum voraus, das bis spätestens 2. November 2026 vorliegen soll.

Quellen

Stand: 12. Oktober 2026. Orientierung, keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der jeweils aktuelle Gesetzestext.

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Was bringt die Blutentnahme Ihrer Apotheke?

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